Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt im Januar 2023

ARBEITSMARKT IM JANUAR 2023 – JAHRESZEITLICH ÜBLICHER ANSTIEG DER ARBEITSLOSIGKEIT

Das reale Bruttoinlandsprodukt hat im Jahr 202 nach ersten vorläufigen Berechnungen um 1,8 Prozent zugenommen. Damit verlor die deutsche Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr zwar an Fahrt, konnte sich aber trotz anhaltender Material- und Lieferengpässe, hoher Inflationsraten durch stark gestiegene Energiepreise und Unsicherheiten infolge des Ukrainekrieges gut behaupten. Der Arbeitsmarkt blieb stabil, auch am Jahresanfang 2023. Auswirkungen der angespannten wirtschaftlichen Lage waren jedoch erkennbar. Im Januar sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im Zuge der üblichen Winterpause zwar deutlich gestiegen. Saisonbereinigt nahm die Arbeitslosigkeit aber ab und die Unterbeschäftigung nur geringfügig zu. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern war weiterhin hoch; sie schwächt sich aber bereits seit längerem spürbar ab. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, für die Angaben bis zum November vorliegen, nahm saisonbereinigt weiter zu. Dabei wurde sie durch eine wieder zunehmende Inanspruchnahme von Kurzarbeit gestützt.

SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT
Im Januar 2023 gab es nach vorläufiger Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit in der Summe 4.615.000 erwerbsfähige Menschen, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Bürgergeld für erwerbsfähige Leistungsberechtigte) erhalten haben. Unterteilt nach Rechtskreisen, waren im Januar 2023 817.000 Menschen arbeitslosengeldberechtigt, während 3.862.000 Menschen Ansprüche an die Grundsicherung für Arbeitsuchende hatten. Binnen eines Jahres ist die Zahl der Leistungsberechtigten von Arbeitslosengeld um 5.000 gestiegen. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende wurden seit Januar des letzten Jahres 278.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte mehr gezählt.

AUSBILDUNGSMARKT
Im Nachvermittlungszeitraum, der statistisch am 1. Oktober 2022 begonnen hat, fiel die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen bis Januar 2022 höher aus als im Vorjahreszeitraum, die Zahl der noch suchenden Bewerberinnen und Bewerber dagegen geringer. Insgesamt waren in der Nachvermittlung mehr Ausbildungsstellen gemeldet als Bewerberinnen und Bewerber. Das entspricht der Entwicklung im abgelaufenen Beratungsjahr 2021/22. Zum Ende des Nachvermittlungszeitraumes waren mit 25.000 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern anteilig noch ähnlich viele auf Ausbildungsuche wie im letzten Jahr. Im neuen Beratungsjahr 2022/23 haben von Oktober 2022 bis Januar 2023 die Ausbildungsstellenmeldungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiter zugenommen. Bei den gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern ist weiterhin ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Im Januar ist der Ausbildungsmarkt allerdings noch sehr stark in Bewegung. Deshalb erlauben die aktuellen Daten nur eine sehr grobe und vorläufige Einschätzung der Entwicklung im noch jungen Berichtsjahr 2022/23.

EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE
Im Januar 2023 haben nach vorläufigen Daten 693.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik (bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen) lag im Januar 2023 mit 17,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (-1,7 Prozentpunkte). Im Januar 2023 wurden 374.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 320.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.


Quelle: Monatsbericht Januar 2023 - Bundesagentur für Arbeit