Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt im Juli 2022

ARBEITSMARKT IM AUGUST 2022 – ROBUSTE ENTWICKLUNG TROTZ GLOBALER UNSICHERHEITEN

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine, Lieferengpässe, Preiserhöhungen und die unsichere Gasversorgung belasten die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die Erwartungen der Unternehmen haben sich im August leicht eingetrübt, nachdem sie unmittelbar nach Kriegsbeginn bereits stark eingebrochen waren. Die konjunkturelle Entwicklung der nächsten Monate bleibt mit hohen Unsicherheiten verbunden. Im Zuge der Erfassung ukrainischer Geflüchteter kam es im August wie in den beiden Vormonaten zu deutlichen saisonbereinigten Anstiegen von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung. Von diesen Einflüssen bereinigt blieb die Entwicklung insgesamt aber stabil. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bewegt sich auf anhaltend hohem Niveau. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, für die Angaben bis zum Juni vorliegen, ist saisonbereinigt weiter gestiegen. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit hat im Juni nach vorläufigen Angaben erneut deutlich abgenommen. Die Zahl der Personen, für die Kurzarbeit neu oder erneut angezeigt wurde, bleibt niedrig.

SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT
Im August 2022 gab es nach vorläufiger Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit in der Summe 4.496.000 Menschen, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) erhalten haben. Seit Mai 2022 stieg die Zahl der Leistungsberechtigten um 337.000. Der Anstieg erklärt sich damit, dass ukrainische Geflüchtete seit dem 1. Juni 2022 Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende beantragen können. Unterteilt nach Rechtskreisen, waren im August 2022 737.000 Menschen arbeitslosengeldberechtigt, während 3.812.000 Menschen Ansprüche an die Grundsicherung für Arbeitsuchende hatten. Der hochgerechnete Wert der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende ist allerdings mit großer Unsicherheit verbunden. Binnen eines Jahres ist die Zahl der Leistungsberechtigten von Arbeitslosengeld um 70.000 gesunken. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende wurden seit August des letzten Jahres 58.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte mehr gezählt.

AUSBILDUNGSMARKT
Im Beratungsjahr 2021/22 haben von Oktober 2021 bis August 2022 die Ausbildungsstellenmeldungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zugelegt, nachdem sie zwei Jahre in Folge zurückgegangen waren. Bei der Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber setzt sich dagegen bis zum aktuellen Zeitpunkt die rückläufige Entwicklung fort, wenn auch in deutlich verminderter Stärke. Wie in den Vorjahren übersteigt die Zahl der bislang gemeldeten Ausbildungsstellen die der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber. Der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen an allen gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen hat sich gegenüber dem Vorjahr merklich erhöht. Dagegen ist der Anteil der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber an allen gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern zwar leicht zurückgegangen, die Einmündungsquote in Ausbildung bleibt aber noch hinter der Vor-Corona-Zeit zurück. Bis September ist der Ausbildungsmarkt erfahrungsgemäß noch sehr in Bewegung: Viele Betriebe treffen noch Entscheidungen und zahlreiche junge Menschen werden noch eine Ausbildungsstelle finden.

EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE
Im August 2022 haben nach vorläufigen Daten 645.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik (bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen) lag im August 2022 mit 17,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (-1,1 Prozentpunkte). Im August 2022 wurden 312.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 334.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.


Quelle: Monatsbericht August 2022 - Bundesagentur für Arbeit