Arbeitsmarkt

DER ARBEITSMARKT IM AUGUST 2020 – ERNEUT KEIN CORONABEDINGTER ANSTIEG DER ARBEITSLOSIGKEIT

Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiterhin in der Erholungsphase. Der Arbeitsmarkt steht noch unter Druck, der coronabedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit ist aber vorerst gestoppt. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben saisonbereinigt zugenommen. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist auch im August im langjährigen Vergleich schwach, die Belebung setzt sich aber fort. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) sind im August aufgrund der Sommerpause gestiegen. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit gesunken, während die Unterbeschäftigung zugenommen hat. Der Einfluss der Corona-Krise zeigt sich weiterhin in einem deutlich höheren Niveau von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung als im Vorjahr. Dabei ist der Zuwachs seit April bei der Arbeitslosigkeit größer als bei der Unterbeschäftigung, weil aufgrund der Kontaktbeschränkungen der Einsatz von Arbeitsmarktpolitik deutlich zurückgegangen ist. Nach wie vor wird der Arbeitsmarkt durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit stabilisiert.

SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT
In Folge der Corona-Krise ist die Zahl der Arbeitslosengeldempfänger und Bezieher von Arbeitslosengeld II deutlich gestiegen. Nach vorläufiger Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit gab es im August 5.055.000 Menschen, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) erhalten haben. Im Vergleich zum August 2019 waren das 519.000 mehr. Arbeitslosengeld haben im August 1.144.000 Menschen erhalten. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres ist die Zahl der Arbeitslosengeldbezieher damit um 397.000 gestiegen. Arbeitslosengeld II haben nach aktueller Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit 4.044.000 Menschen erhalten, im Vergleich zum Vorjahr 188.000 mehr. Damit werden in beiden Systemen die Vorjahreswerte merklich überschritten.

AUSBILDUNGSMARKT
Von Oktober 2019 bis August 2020 zeigten sich bei den gemeldeten Ausbildungsstellen und bei den gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern gleichermaßen spürbare Rückgänge, wobei sich die rechnerischen Chancen auf eine Ausbildungsstelle gegenüber dem Vorjahr aber nicht verändert haben. Nach wie vor übersteigt die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen die der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber. Die Corona-Pandemie hat den Ausgleich auf dem Ausbildungsmarkt deutlich verlangsamt. Die Prozesse haben zwar wieder an Fahrt aufgenommen, es bleibt aber weiterhin bei einer deutlichen Verzögerung im Vergleich zu einem „normalen“ Jahr. Bei den Ausbildungsaufnahmen von Bewerberinnen und Bewerbern ist bis August ein Rückstand von rund 12.000 oder 7 Prozent auf Corona zurückzuführen, während bei den noch unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern ein pandemiebedingter Anstieg von 14.000 (+14 Prozent) zu verzeichnen ist.

EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE
Infolge der Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Krise konnten seit April erheblich weniger arbeitsmarktpolitische Maßnahmen begonnen werden. Im August 2020 haben nach vorläufigen Daten 682.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 16 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik lag (bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen) mit 15,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (-6,4 Prozentpunkte). 340.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 341.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.

Quelle: Monatsbericht August 2020 - Bundesagentur für Arbeit