Arbeitsmarkt

DER ARBEITSMARKT IM JANUAR 2021 – ROBUSTE ENTWICKLUNG TROTZ LOCKDOWN

Die Corona-Pandemie hinterließ 2020 starke Spuren in der deutschen Wirtschaft. Nachdem das reale Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr 2020 massiv geschrumpft war, gab es im Sommer eine starke Gegenbewegung, die aber seit Herbst durch Anstiege in den Infektionszahlen und die damit einhergehenden Eindämmungsmaßnahmen gestoppt wurde. Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiter in einer robusten Verfassung. So sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) saisonbereinigt im Januar weiter gesunken. Der Einfluss der Corona-Krise zeigt sich aber weiterhin in einem erheblich höheren Niveau von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung als im Vorjahr. Die Erwerbstätigkeit hat sich zum Jahresende saisonbereinigt nur wenig verändert. Dabei ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im November saisonbereinigt weiter gestiegen, während geringfügige Beschäftigung und Selbständigkeit sich deutlich verringert haben. Die Vorjahreswerte werden in all diesen Formen der Erwerbstätigkeit deutlich unterschritten. Nach wie vor wird der Arbeitsmarkt durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit gestützt. Nachdem die Inanspruchnahme vom Höhepunkt im April bis zum Oktober um zwei Drittel abgenommen hat, ist sie aufgrund der zusätzlichen Eindämmungsmaßnahmen im November wieder merklich gestiegen, liegt aber weiter deutlich unter den Höchstwerten.

SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT
Nach vorläufiger Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit gab es im Januar 4.892.000 Menschen, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) erhalten haben. Im Vergleich zum Januar 2020 waren das 325.000 mehr. Arbeitslosengeld haben im Januar 1.179.000 Menschen erhalten. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres ist die Zahl der Arbeitslosengeldbezieher damit um 294.000 gestiegen. Arbeitslosengeld II haben nach aktueller Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit 3.819.000 Menschen erhalten, im Vergleich zum Vorjahr 65.000 mehr.

AUSBILDUNGSMARKT
Die Corona-Pandemie hatte den Ausgleich auf dem Ausbildungsmarkt im abgelaufenen Beratungsjahr 2019/20 deutlich beeinträchtigt und die Ausgleichsprozesse verlangsamt. Auch im Nachvermittlungszeitraum für einen verspäteten Ausbildungsbeginn, im sogenannten „5. Quartal“ konnte der Rückstand nicht aufgeholt werden. Dabei spielten auch die Einschränkungen durch die erneuten Pandemiemaßnahmen eine Rolle. So waren zum Ende des „5. Quartals“ im Januar 2021 mehr junge Menschen unversorgt als im letzten Jahr. Auch die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen für einen verspäteten Ausbildungsbeginn überstieg die des Vorjahres. Im neuen Beratungsjahr 2020/21 sind die Zahlen an bislang gemeldeten Ausbildungsstellen und gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals deutlich zurückgegangen. Hier spiegeln sich die Einschränkungen und Unsicherheiten durch die Pandemie sowie die Transformationsprozesse in der Wirtschaft wider. Wegen der pandemiebedingt geringeren Einschaltung der Ausbildungsvermittlung bilden die BA-Daten die Ausbildungsnachfrage in geringerem Maße ab als sonst üblich.

EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE
Infolge der Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Krise konnten seit April 2020 erheblich weniger arbeitsmarktpolitische Maßnahmen begonnen werden. Im Januar 2021 haben nach vorläufigen Daten 791.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik lag (bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen) mit 17,0 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (-4,4 Prozentpunkte). 427.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 364.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.

Quelle: Monatsbericht Januar 2021 - Bundesagentur für Arbeit