Arbeitsmarkt

DER ARBEITSMARKT IM JULI 2019 – ANSTIEG DER ARBEITSLOSIGKEIT VOR ALLEM JAHRESZEITLICH BEDINGT

Für das zweite Quartal 2019 ist mit einer deutlichen Verlangsamung der Konjunktur zu rechnen. Grund dafür sind unter anderem die Handelskonflikte, die jüngsten Entwicklungen im Vereinigten Königreich sowie die allgemeine weltwirtschaftliche Konjunkturschwäche. Der Arbeitsmarkt zeigt sich zwar weitgehend robust, die konjunkturelle Abschwächung wird aber auch hier sichtbar. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt weiter zu, allerdings nicht mehr so stark wie im vergangenen Jahr. Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bewegt sich auf hohem Niveau, wird aber merklich schwächer. Von Juni auf Juli sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung aufgrund der einsetzenden Sommerpause gestiegen. Saisonbereinigt haben sich diese beiden Größen im Juli kaum verändert. Die Vorjahreswerte werden unterschritten, allerdings nur in der Grundsicherung. In der konjunkturnäheren Arbeitslosenversicherung sind merkliche Anstiege zu verzeichnen.

SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT

Nach vorläufiger Hochrechnung gab es im Juli 2019 rund 4.595.000 erwerbsfähige Leistungsempfänger von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II. Im Vergleich zum Juli 2018 ist die Zahl der Menschen, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) erhalten haben, um 183.000 gesunken. Arbeitslosengeld haben im Juli 736.000 Menschen erhalten. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres hat sich die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld sichtbar erhöht (+33.000). Arbeitslosengeld II haben nach aktueller Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit 3.930.000 Menschen erhalten, im Vergleich zum Vorjahr 216.000 weniger.

AUSBILDUNGSMARKT

Von Oktober 2018 bis Juli 2019 wurden den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern mehr Ausbildungsstellen gemeldet als im Vorjahreszeitraum. Die Bewerberzahl liegt erneut unter der des Vorjahres. Bundesweit übersteigt die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen bis Juli 2019 die der gemeldeten Bewerber. Der Abstand fällt deutlicher aus als im Vorjahreszeitraum. Aus Bewerbersicht haben sich deshalb die Chancen auf eine Ausbildungsstelle rechnerisch weiter verbessert. Regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten erschweren allerdings weiterhin den Marktausgleich. Es bleibt deshalb derzeit offen, in welchem Umfang sich die für Bewerber verbesserten Chancen in einer Zunahme neu abgeschlossener Ausbildungsverträge widerspiegeln werden.

EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE

Im Juli 2019 haben nach vorläufigen Daten 858.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik lag (bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen) mit 22,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres (+2,0 Prozentpunkte). 418.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 440.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.

 

Quelle: Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt Juli 2019 - Bundesagentur für Arbeit