Arbeitsmarkt

DER ARBEITSMARKT IM OKTOBER 2021 – WEITER POSITIVE ENTWICKLUNG Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal weiter gewachsen. Gebremst wird die Zunahme der Wirtschaftstätigkeit aber weiterhin von Materialengpässen und in manchen Bereichen von anziehenden Preisen. Der Arbeitsmarkt entwickelte sich weiter positiv. Die Herbstbelebung hat Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung erneut kräftig sinken lassen, auch saisonbereinigt waren deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Die Folgen der Corona-Krise werden zunehmend kleiner; vor allem in einer gestiegenen Langzeitarbeitslosigkeit sind sie aber noch sichtbar. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern blieb im Oktober hoch. Die sozialversicherungspflichtige und die geringfügig entlohnte Beschäftigung, für die Angaben bis zum August vorliegen, sind saisonbereinigt weiter gestiegen. Der Arbeitsmarkt wird nach wie vor durch den Einsatz von Kurzarbeit gestützt, die Inanspruchnahme nimmt aber deutlich ab und liegt im August nach vorläufigen Angaben weit unter der Zahl von einer Million Kurzarbeitern. SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT Nach vorläufiger Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit gab es im Oktober 4.328.000 Menschen, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) erhalten haben. Im Vergleich zum Oktober 2020 waren das 450.000 weniger. Arbeitslosengeld haben im Oktober 711.000 Menschen erhalten. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres lag die Zahl der Arbeitslosengeldbezieher damit um 339.000 niedriger. Arbeitslosengeld II haben nach aktueller Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit 3.673.000 Menschen erhalten, im Vergleich zum Vorjahr 156.000 weniger. AUSBILDUNGSMARKT Die Lage am Ausbildungsmarkt war im Beratungsjahr 2020/21 weiterhin stark von den Folgen der Pandemie-Maßnahmen geprägt. Von Oktober 2020 bis September 2021 ist vor allem die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals deutlich zurückgegangen. Ebenso ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen weiter gesunken, wenngleich nicht mehr so stark wie im letzten Jahr. Insgesamt waren zwar wie in den Vorjahren mehr Ausbildungsstellen als Bewerber gemeldet. Auf Bewerberseite muss aber berücksichtigt werden, dass viele Meldungen unterblieben sind, weil die gewohnten Zugangswege zur Berufsberatung eingeschränkt waren und durch digitale Angebote nicht vollständig ersetzt werden konnten. Deshalb dürfte die gemeldete Bewerberzahl das tatsächliche Ausbildungsinteresse nur unzureichend widerspiegeln. Mit den Lockerungen der Pandemiebeschränkungen ist ab dem Frühsommer eine leichte Aufhellung im Vergleich zum letzten Berichtsjahr sichtbar. Der Anteil unversorgter Bewerberinnen und Bewerber ist leicht gesunken. Meldungen der Kammern über eine etwas höhere Zahl von neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Vergleich zum Vorjahr unterstreichen die leichte Besserung. Trotzdem bleiben die Ergebnisse insgesamt erheblich hinter denen vor der Pandemie zurück. EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE Infolge der Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Krise wurden seit April 2020 erheblich weniger arbeitsmarktpolitische Maßnahmen begonnen als im Vorjahreszeitraum. Im Oktober 2021 haben nach vorläufigen Daten 763.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, der von der Corona-Krise deutlich betroffen war. Im Vergleich zu Oktober 2019 waren es 15 Prozent weniger. Auch die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik lag (bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen) mit 20,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres (+2,2 Prozentpunkte), aber noch deutlich unter dem Niveau des Oktober 2019 (-3,5 Prozentpunkte). Bei Vorjahresvergleichen ab April 2021 ist zu beachten, dass sich im April 2020 die Corona-Krise erstmals auf das Fördergeschehen auswirkte und daher in den Folgemonaten ein starker Rückgang zu verzeichnen war. Im Oktober 2021 wurden 377.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 386.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.


Quelle: Monatsbericht Oktober 2021 - Bundesagentur für Arbeit