Arbeitsmarkt

DER ARBEITSMARKT IM AUGUST 2021 – ERNEUTE DEUTLICHE BESSERUNG TROTZ SOMMERPAUSE

Die deutsche Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal deutlich erholt. Es bestehen jedoch Unsicherheiten aufgrund der unklaren weiteren Entwicklung der Pandemie. Im August hat sich der Arbeitsmarkt nochmal erheblich gebessert. So sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung saisonbereinigt merklich gesunken. Der erhöhende Einfluss der Corona-Krise wird kleiner, ist aber weiterhin deutlich sichtbar. Nach Schätzung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit ist das Niveau der Arbeitslosigkeit aufgrund der Corona-Krise noch um 261.000 erhöht. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern blieb im August hoch. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, zu der Angaben erst für den Juni vorliegen, ist saisonbereinigt kräftig gestiegen, und auch die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten hat sich erhöht. Nach wie vor wird der Arbeitsmarkt durch den hohen Einsatz von Kurzarbeit gestützt, die Inanspruchnahme hat aber kräftig abgenommen.

SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT
Nach vorläufiger Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit gab es im August 4.540.000 Menschen, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) erhalten haben. Im Vergleich zum August 2020 waren das 458.000 weniger. Arbeitslosengeld haben im August 794.000 Menschen erhalten. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres lag die Zahl der Arbeitslosengeldbezieher damit um 348.000 niedriger. Arbeitslosengeld II haben nach aktueller Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit 3.802.000 Menschen erhalten, im Vergleich zum Vorjahr 166.000 weniger.

AUSBILDUNGSMARKT
Am Ausbildungsmarkt ist aufgrund der Lockerungen der Pandemiebeschränkungen im Vergleich zum letzten Berichtsjahr eine Aufhellung sichtbar geworden. Diese Einschätzung wird durch Meldungen der Kammern über eine höhere Zahl von neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Vergleich zum Vorjahr gestützt. Trotzdem ist die Lage weiterhin stark von den Folgen der Pandemie-Maßnahmen geprägt. Von Oktober 2020 bis August 2021 ist vor allem die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals deutlich zurückgegangen, während die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen den Stand des Vorjahres nur noch leicht unterschreitet. Auf Bewerberseite muss davon ausgegangen werden, dass viele Meldungen unterblieben sind, weil die gewohnten Zugangswege zur Berufsberatung eingeschränkt waren und durch digitale Angebote nicht vollständig ersetzt werden konnten. Die im Vergleich zum Vorjahr etwas gestiegene Zahl an Vertragsabschlüssen lässt den Schluss zu, dass junge Menschen nun in Anbetracht der Lockerungen und unterstützt durch Aktivitäten wie z. B. der Aktion „Sommer der Berufsausbildung“ der Allianz für Aus- und Weiterbildung vermehrt Kontakt zu den Ausbildungsbetrieben aufnehmen. Bis September ist der Ausbildungsmarkt erfahrungsgemäß noch sehr in Bewegung: Viele Betriebe treffen noch Entscheidungen und zahlreiche junge Menschen werden noch eine Ausbildungsstelle finden.

EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE
Infolge der Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Krise wurden seit April 2020 erheblich weniger arbeitsmarktpolitische Maßnahmen begonnen als im Vorjahreszeitraum. Im August 2021 haben nach vorläufigen Daten 715.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, der von der Corona-Krise deutlich betroffen war. Im Vergleich zu August 2019 waren es 12 Prozent weniger. Auch die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik lag (bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen) mit 18,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres (+2,7 Prozentpunkte), aber noch deutlich unter dem Niveau des August 2019 (-3,2 Prozentpunkte). Bei Vorjahresvergleichen ab April 2021 ist zu beachten, dass sich im April 2020 die Corona-Krise erstmals auf das Fördergeschehen auswirkte und daher in den Folgemonaten ein starker Rückgang zu verzeichnen war. Im August 2021 wurden 339.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 375.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.

Quelle: Monatsbericht August 2021 - Bundesagentur für Arbeit