Arbeitsmarkt

DER ARBEITSMARKT IM MÄRZ 2021 – FRÜHJAHRSBELEBUNG TROTZ STEIGENDER INFEKTIONSZAHLEN

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland dürfte im ersten Quartal 2021 einen Dämpfer erfahren haben. Angesichts der Infektionsdynamik ist ein noch längerer Lockdown zu erwarten. Weil in vielen Bundesländern die sogenannte Notbremse greift, verzögert sich die Öffnung bestimmter Dienstleistungsbranchen und von Teilen des Einzelhandels. Die Industriekonjunktur zog allerdings weiter an. Gleichzeitig lassen die Aussicht auf eine breitere Verfügbarkeit von Impfstoffen und eine effektivere Teststrategie den Geschäftsklimaindex erneut merklich steigen. Der Arbeitsmarkt zeigt sich auch in den aktuellen Daten sehr widerstandsfähig. Mit der einsetzenden Frühjahrsbelebung sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im März sogar etwas stärker gesunken als jahreszeitlich üblich. Der Einfluss der Corona-Krise kann weiterhin an einem im Vergleich zum Vorjahr erheblich höheren Niveau von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung abgelesen werden. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung blieb im Januar saisonbereinigt nahezu unverändert, nach nennenswerten Zuwächsen in den Monaten zuvor, während die geringfügige Beschäftigung weiter abnahm. Die Vorjahreswerte werden von beiden Erwerbsformen unterschritten. Der Arbeitsmarkt wird nach wie vor durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit gestützt. Aufgrund der zusätzlichen Eindämmungsmaßnahmen nimmt die Inanspruchnahme seit November 2020 wieder deutlich zu, ist aber nur halb so hoch wie zu den Höchstwerten im April und Mai 2020.

SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT

Nach vorläufiger Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit gab es im März 4.834.000 Menschen, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) erhalten haben. Im Vergleich zum März 2020 waren das 246.000 mehr. Arbeitslosengeld haben im März 1.031.000 Menschen erhalten. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres ist die Zahl der Arbeitslosengeldbezieher damit um 183.000 gestiegen. Arbeitslosengeld II haben nach aktueller Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit 3.905.000 Menschen erhalten, im Vergleich zum Vorjahr 89.000 mehr.

AUSBILDUNGSMARKT

Im Beratungsjahr 2020/21 sind die Zahlen an bislang gemeldeten Ausbildungsstellen und gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals deutlich zurückgegangen. Hier spiegeln sich auf Stellenseite die Einschränkungen und Unsicherheiten durch die Pandemie sowie die Transformationsprozesse in der Wirtschaft wider. Auf Bewerberseite muss davon ausgegangen werden, dass Meldungen zum Teil unterbleiben, weil die gewohnten Zugangswege zur Berufsberatung z. B. über die Kontakte in der Schule versperrt sind und durch digitale Angebote nicht vollständig ersetzt werden können. Der aktuelle Bewerberrückgang ist deshalb nicht gleichzusetzen mit einem rückläufigen Interesse junger Menschen an einer beruflichen Ausbildung. Bei den Einmündungen von Bewerberinnen und Bewerbern in eine Berufsausbildung ist bis März erneut ein erheblicher Rückstand gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen, nachdem bereits im Vorjahr die Zahl der Ausbildungsaufnahmen deutlich rückläufig war.

EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE

Infolge der Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Krise konnten seit April 2020 erheblich weniger arbeitsmarktpolitische Maßnahmen begonnen werden. Im März 2021 haben nach vorläufigen Daten 783.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 12 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik lag (bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen) mit 17,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (-5,1 Prozentpunkte). 418.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 366.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.

Quelle: Monatsbericht März 2021 - Bundesagentur für Arbeit