Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt im Mai 2019 – Konjunktur bremst Frühjahrsbelebung

Die deutsche Wirtschaft ist unerwartet gut in das Jahr 2019 gestartet, nach einer schwachen Entwicklung im zweiten Halbjahr 2018. Verantwortlich dafür sind aber vor allem vorübergehende Faktoren beim privaten Konsum, der unter anderem durch Nachholeffekte in der Automobilbranche zugelegt hat. Berücksichtigt man solche Effekte, blieb die konjunkturelle Grundtendenz aber weiter schwach. Entsprechend war die Stimmung in den Unternehmen insgesamt verhalten. Auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich erste Auswirkungen der konjunkturellen Abschwächung. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigt weiter, aktuell aber nicht mehr so stark wie zuletzt. Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bewegt sich auf hohem Niveau, wird aber merklich schwächer. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind im Mai ausgehend von einem niedrigen Stand saisonbereinigt kräftig gestiegen. Dabei entfällt der größere Teil des Anstiegs auf einen Sondereffekt infolge von Prüfaktivitäten zum Arbeitsvermittlungsstatus von Arbeitslosengeld II-Berechtigten. Aber auch wenn man diesen Sondereffekt in Rechnung stellt und die von den Prüfaktivitäten nicht betroffene Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im Rechtskreis SGB III betrachtet, ergeben sich saisonbereinigt merkliche Anstiege.

SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT

Nach vorläufiger Hochrechnung gab es im Mai 2019 rund 4.600.000 erwerbsfähige Leistungsempfänger von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II. Im Vergleich zum Mai 2018 ist die Zahl der Menschen, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) erhalten haben, um 202.000 gesunken.

Arbeitslosengeld haben im Mai 691.000 Menschen erhalten. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres hat sich die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld sichtbar erhöht (+21.000). Arbeitslosengeld II haben nach aktueller Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit 3.979.000 Menschen erhalten, im Vergleich zum Vorjahr 223.000 weniger

AUSBILDUNGSMARKT

Von Oktober 2018 bis Mai 2019 wurden den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern mehr Ausbildungsstellen gemeldet als im Vorjahreszeitraum. Die Bewerberzahl liegt erneut unter der des Vorjahres. Bundesweit übersteigt die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen bis Mai 2019 die der gemeldeten Bewerber und das deutlicher als im Vorjahreszeitraum. Aus Bewerbersicht haben sich deshalb die Chancen auf eine Ausbildungsstelle rechnerisch weiter verbessert. Regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten erschweren allerdings weiterhin den Marktausgleich. Es bleibt deshalb derzeit offen, in welchem Umfang sich der Zuwachs an gemeldeten Ausbildungsstellen in einer Zunahme an neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen niederschlagen wird.

EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE

Im Mai 2019 haben nach vorläufigen Daten 898.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik lag damit (bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen) über dem Niveau des Vorjahres (+1,8 Prozentpunkte). 460.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 437.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.

 

Quelle: Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt Mai 2019 - Bundesagentur für Arbeit