Arbeitsmarkt

DER ARBEITSMARKT IM MAI 2021 – ERSTE ZEICHEN DER BESSERUNG

Mit dem zweiten Lockdown gab das Bruttoinlandsprodukt zu Jahresbeginn deutlich nach. Im zweiten Quartal wird es zu einer Gegenbewegung kommen. Die fortschreitende Impfkampagne und die seit mehreren Wochen sinkenden Inzidenzen führen zu weiteren Öffnungsschritten und geben den betroffenen Dienstleistungsbranchen Hoffnung auf eine baldige Erholung. Die Konjunkturaussichten hellen sich entsprechend auf. Vor diesem Hintergrund zeigt der Arbeitsmarkt erste Zeichen der Besserung. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern hat sich weiter belebt. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im März saisonbereinigt wieder etwas stärker gestiegen, während die ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigung nur noch wenig abnahm. Im Zuge der Frühjahrsbelebung sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung weiter deutlich gesunken. Auch saisonbereinigt sind im Mai merkliche Abnahmen zu verzeichnen. Der Einfluss der Corona-Krise ist aber weiterhin deutlich erkennbar. Nach Schätzung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit ist das Niveau der Arbeitslosigkeit durch die Corona-Krise noch um 453.000 erhöht. Der Arbeitsmarkt wird nach wie vor durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit gestützt, die Inanspruchnahme nimmt aber aktuell wieder merklich ab, nachdem sie zuvor infolge der verschärften Eindämmungsmaßnahmen gestiegen war. '

SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT
Nach vorläufiger Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit gab es im Mai 4.701.000 Menschen, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) erhalten haben. Im Vergleich zum Mai 2020 waren das 245.000 weniger. Dass die Zahl der leistungsberechtigten Personen unter dem Vorjahreswert liegt hängt allein damit zusammen, dass mit einem Monat verglichen wird, der von der Corona-Krise massiv betroffen war. Arbeitslosengeld haben im Mai 870.000 Menschen erhalten. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres lag die Zahl der Arbeitslosengeldbezieher damit um 153.000 niedriger. Arbeitslosengeld II haben nach aktueller Hochrechnung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit 3.924.000 Menschen erhalten, im Vergleich zum Vorjahr 97.000 weniger.

AUSBILDUNGSMARKT
Der Ausbildungsmarkt zeigt sich im Mai 2021 weiterhin stark von den Einschränkungen durch die Pandemie-Maßnahmen geprägt. Seit Beginn des Beratungsjahres 2020/21 ist die Zahl an gemeldeten Ausbildungsstellen und vor allem die der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals deutlich zurückgegangen. Hier spiegeln sich auf der Stellenseite die Einschränkungen und Unsicherheiten durch die Pandemie sowie die Transformationsprozesse in der Wirtschaft wider. Auf der Bewerberseite muss davon ausgegangen werden, dass Meldungen zum Teil unterbleiben, weil die gewohnten Zugangswege zur Berufsberatung, z. B. über die Kontakte in der Schule, eingeschränkt sind und durch digitale Angebote nicht vollständig ersetzt werden können. Der Anteil von Bewerberinnen und Bewerbern, die eine Berufsausbildung gefunden haben, fällt spürbar geringer aus als in den Vor-Corona-Jahren.

EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE
Infolge der Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Krise wurden seit April 2020 erheblich weniger arbeitsmarktpolitische Maßnahmen begonnen als im Vorjahreszeitraum. Im Mai 2021 haben nach vorläufigen Daten 798.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, der von der Corona-Krise bereits deutlich betroffen war. Im Vergleich zu Mai 2019 waren es 11 Prozent weniger. Auch die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik lag (bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen) mit 18,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres (+2,0 Prozentpunkte), aber noch deutlich unter dem Niveau des Mai 2019 (-4,6 Prozent). Bei Vorjahresvergleichen ab April 2021 ist zu beachten, dass sich im April 2020 die Corona-Krise erstmals auf das Fördergeschehen auswirkte und daher in den Folgemonaten ein starker Rückgang zu verzeichnen war. Im Mai 2021 wurden 417.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 381.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.

Quelle: Monatsbericht Mai 2021 - Bundesagentur für Arbeit