Arbeitsmarkt

DER ARBEITSMARKT IM DEZEMBER 2019 – SPUREN DER KONJUNKTURELLEN SCHWÄCHE ERKENNBAR
Das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland ist im dritten Quartal leicht gewachsen. Die Grundtendenz in der exportorientierten Industrie ist weiterhin schwach, während die Binnenkonjunktur stabil bleibt. Für das vierte Quartal ist noch nicht mit einer Belebung zu rechnen, es gibt aber Anzeichen, dass die Konjunktur im Verlauf des Jahres 2020 anziehen könnte. Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiter robust, Spuren der konjunkturellen Abschwächung sind jedoch erkennbar. Das Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung setzt sich fort, wenn auch nicht mehr so stark wie in den Jahren zuvor. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern wird deutlich schwächer. Saisonbereinigt sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im Dezember gestiegen; auch im Vergleich zum Vorjahr haben sie insgesamt etwas zugenommen. Während in der Arbeitslosenversicherung im Vorjahresvergleich deutliche Anstiege zu verzeichnen waren, werden Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung in der Grundsicherung weiter unterschritten. 
 
SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT 

Nach vorläufiger Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit gab es im Dezember 2019 rund 4.462.000 erwerbsfähige Leistungsempfänger von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II. Im Vergleich zum Dezember 2018 ist die Zahl der Menschen, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) erhalten haben, um 156.000 gesunken. Arbeitslosengeld haben im Dezember 773.000 Menschen erhalten. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres hat sich die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld deutlich erhöht (+65.000). Arbeitslosengeld II haben nach aktueller Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit 3.760.000 Menschen erhalten, im Vergleich zum Vorjahr 220.000 weniger. 
 
AUSBILDUNGSMARKT 

Der Ausbildungsmarkt ist im Zeitraum von Oktober bis Dezember, im sogenannten „fünften Quartal“, noch deutlich in Bewegung. Viele junge Menschen suchen noch eine Ausbildungsstelle zum sofortigen Beginn. Ziel ist es, jedem ausbildungsreifen jungen Menschen ein Angebot auf Ausbildung zu unterbreiten und die Betriebe bei der Besetzung noch unbesetzter Ausbildungsstellen zu unterstützen. 
 
EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE 

Im Dezember 2019 haben nach vorläufigen Daten 913.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik lag (bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen) mit 23,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahres (+1,3 Prozentpunkte). 461.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 452.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden. 

 

Quelle: Monatsbericht Dezember 2019 - Bundesagentur für Arbeit