Arbeitsmarkt

DER ARBEITSMARKT IM JANUAR 2020 –  ANSTIEG DER ARBEITSLOSIGKEIT VOR ALLEM AUS JAHRESZEITLICHEN GRÜNDEN 
Das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland ist nach vorläufigen Ergebnissen im Jahr 2019 um 0,6 Prozent gestiegen. Das Wachstum fällt damit deutlich schwächer aus als im Jahr zuvor. Im laufenden Jahr wird mit einer Aufhellung der Konjunktur gerechnet, die aber nicht mehr die Stärke der vorangegangenen Jahre erreichen wird. Auf dem Arbeitsmarkt sind Spuren der konjunkturellen Abschwächung erkennbar, zum Jahresbeginn entwickelt er sich jedoch weiter robust. Der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung setzt sich fort, wenn auch nicht mehr so stark wie in den Jahren zuvor. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern fällt schwächer aus. Im Zuge der üblichen Winterpause sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im Januar deutlich gestiegen, saisonbereinigt blieben sie aber nahezu unverändert. Im Vergleich zum Vorjahr haben sie etwas zugenommen. Während in der konjunkturnahen Arbeitslosenversicherung im Vorjahresvergleich deutliche Anstiege zu verzeichnen sind, werden Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung in der Grundsicherung weiter unterschritten. 
 
SOZIALE SICHERUNG BEI ARBEITSLOSIGKEIT 
Nach vorläufiger Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit gab es im Januar 2020 rund 4.572.000 erwerbsfähige Leistungsempfänger von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II. Im Vergleich zum Januar 2019 ist die Zahl der Menschen, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) erhalten haben, um 180.000 gesunken. Arbeitslosengeld haben im Januar 888.000 Menschen erhalten. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres hat sich die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld deutlich erhöht (+63.000). Arbeitslosengeld II haben nach aktueller Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit 3.758.000 Menschen erhalten, im Vergleich zum Vorjahr 245.000 weniger. 
 
AUSBILDUNGSMARKT 
Im sogenannten „fünften Quartal“ suchten noch zahlreiche junge Menschen eine Ausbildungsstelle zum sofortigen Eintritt. Bis Januar konnte die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber reduziert werden. Den Ausbildungsuchenden sowie den Betrieben bietet die Bundesagentur für Arbeit weiterhin ihre Unterstützung auch für das neue Ausbildungsjahr an. Für das neue Beratungsjahr 2019/20 zeigt sich bis Januar 2020 ein Rückgang der Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen. Auch die Bewerberzahl liegt wiederum unter der des Vorjahres. Die Beratung und Vermittlung im aktuellen Beratungsjahr haben jedoch erst begonnen, für eine fundierte Bewertung ist es daher noch zu früh. 
 
EINSATZ DER ARBEITSMARKTPOLITISCHEN INSTRUMENTE 
Im Januar 2020 haben nach vorläufigen Daten 876.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik lag (bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen) mit 21,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahres (+1,4 Prozentpunkte). 452.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 424.000 Personen haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.  

Quelle: Monatsbericht Januar 2020 - Bundesagentur für Arbeit