Arbeitsmarkt

Zusammenfassung Dezember 2017

Deutlicher saisonbereinigter Rückgang der Arbeitslosigkeit

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft setzt sich fort. Nach einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent im dritten Quartal 2017 zeichnet sich für das Schlussquartal eine ähnlich positive Entwicklung ab. Die optimistischen Konjunkturerwartungen der Unternehmen deuten darauf hin, dass sich der kräftige Aufschwung 2018 fortsetzen wird. Der Arbeitsmarkt profitiert von dieser dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern steigen auf hohem Niveau weiter kräftig an. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben im Dezember bereinigt von saisonalen Einflüssen erneut deutlich abgenommen. Auch im Vergleich zum Vorjahr sind erhebliche Abnahmen zu verzeichnen, obwohl sich mehr geflüchtete Menschen in Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung befinden.

Soziale Sicherung bei Arbeitslosigkeit

Nach vorläufiger Hochrechnung gab es im Dezember 2017 4.892.000 erwerbsfähige Leistungsempfänger von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II. Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres ist die Zahl der Menschen, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) erhalten haben, um 109.000 gesunken. Arbeitslosengeld haben im Dezember 2017 707.000 Menschen erhalten. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres hat die Zahl der Arbeitslosengeldbezieher um 50.000 abgenommen. Arbeitslosengeld II haben nach aktueller Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit 4.272.000 Menschen erhalten, im Vergleich zum Vorjahr 51.000 weniger.

Ausbildungsmarkt

Der Ausbildungsmarkt ist im sogenannten „fünften Quartal“ noch deutlich in Bewegung. Viele junge Menschen suchen noch eine Ausbildungsstelle zum sofortigen Beginn. Ziel ist es, jedem ausbildungsreifen jungen Menschen ein Angebot auf Ausbildung zu unterbreiten, das zu einem anerkannten Abschluss führt. Den Bewerberinnen und Bewerbern sowie den Betrieben bietet die Bundesagentur für Arbeit weiterhin ihre Unterstützung an.

Einsatz der arbeitsmarktpolitischen Instrumente

Im Dezember 2017 haben nach vorläufigen Daten 884.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik lag damit bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen leicht unter dem Niveau des Vorjahres (-0,2 Prozentpunkte). 471.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 413.000 haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende finanziert wurden.

 

Zusammenfassung Jahresrückblick 2017

Sehr gute Entwicklung des Arbeitsmarktes

Die deutsche Wirtschaft erlebte im Jahr 2017 einen kräftigen Aufschwung. Das reale Bruttoinlandsprodukt ist nach aktuellen Schätzungen der Deutschen Bundesbank um 2,3 Prozent gestiegen, nach +1,9 Prozent im Jahr 2016. Der Konjunkturaufschwung ist breit angelegt und wird vor allem von binnenwirtschaftlichen Kräften getragen. Auch der Arbeitsmarkt entwickelte sich sehr gut. Die Erwerbstätigkeit hat wegen des Aufbaus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung kräftig zugenommen. Das Plus resultiert zum größeren Teil aus Zuwanderung und gestiegener Erwerbsneigung, kam aber auch inländischen Arbeitslosen zugute. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind jahresdurchschnittlich gesunken, obwohl mehr geflüchtete Menschen in Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung gezählt wurden.

Soziale Sicherung bei Arbeitslosigkeit

Im Jahresdurchschnitt 2017 ist die Zahl der erwerbsfähigen Menschen, die Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) bezogen haben, auf 5.027.000 gestiegen. Dabei haben rund 745.000 Menschen Arbeitslosengeld erhalten und 4.365.000 waren Arbeitslosengeld II berechtigt. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der Arbeitslosengeldempfänger auch aufgrund der guten Lage am Arbeitsmarkt abgenommen. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten hat dagegen – vor allem aufgrund mehr leistungsberechtigter Schutzsuchender – zugenommen.

Ausbildungsmarkt

Die Situation am Ausbildungsmarkt zeigte sich im Beratungsjahr 2016/17 stabil. Sowohl die Zahl der von Oktober 2016 bis September 2017 gemeldeten Ausbildungsstellen als auch die Bewerberzahl fielen ähnlich aus wie im Vorjahr. Bundesweit waren Ausbildungsstellen- und Bewerberzahl zwar rechnerisch nahezu ausgeglichen. Der Marktausgleich wurde aber wie in den Vorjahren durch teilweise erhebliche Ungleichgewichte erschwert, die je nach Region, Berufswunsch oder Qualifikation sehr unterschiedliche Chancen zur Folge haben konnten. Im Vergleich zum Vorjahr ist eine Verstärkung dieser Disparitäten auszumachen: So waren am 30. September 2017 mehr gemeldete Ausbildungsstellen noch unbesetzt als im vorangegangen September. Gleichzeitig lag auch die Zahl der unversorgten Bewerber über der des Vorjahres

Einsatz der arbeitsmarktpolitischen Instrumente

Im Jahresdurchschnitt 2017 befanden sich nach hochgerechneten und zum Teil untererfassten Werten 894.000 Personen in einer von Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. Das waren 26.000 (+3 Prozent) Förderungen mehr als im Jahr zuvor. 458.000 der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 436.000 haben an Maßnahmen teilgenommen, die aus Mitteln der Grundsicherung für Arbeitsuchende getragen wurden.

Quelle: Monatsbericht Dezember und Jahr 2017 – Bundesagentur für Arbeit